Vortragsreihe Sexualität und Recht

Fragen von Sexualität und Recht spielen in der öffentlichen Diskussion und in der gerichtlichen Praxis eine erhebliche Rolle. In der juristischen Ausbildung werden diese Themen hingegen traditionell ausgeklammert. Die Vortragsreihe "Sexualität und Recht" soll eine kontroverse und sachliche Auseinandersetzung im universitären Rahmen ermöglichen.

V. Abschlussveranstaltung:

Alice Schwarzer spricht zu (Sexual)Gewalt gegen Frauen und Recht

Mit einer Einführung der Prorektorin für Gleichstellung und Diversität der Universität zu Köln, Professorin Dr. Manuela Günter. 

Wann: 09. Februar 2017 um 18.30 Uhr

Wo: Aula 2 im Hauptgebäude

... Eindrücke von der Abschlussveranstaltung

Vergangene Veranstaltungen:

I. Reform des Sexualstrafrechts

Die Auftaktveranstaltung widmet sich der Reform des Sexualstrafrechts, die in Politik und Medien breit diskutiert wurde und wird. Im Juli 2016 hat der Bundestag eine Neuregelung der §§ 177 ff. StGB beschlossen, die dem sogenannten "Nein heißt Nein"-Prinzip Rechnung tragen soll.

Am 26.10.2016 werden die Referenten Prof. Dr. Thomas Fischer, Prof. Dr. Tatjana Hörnle und Prof. Dr. Gereon Wolters ihre Gedanken zum neuen Gesetz vorstellen. Anschließend werden sie gemeinsam mit dem Publikum über Sinn und Reichweite der beschlossenen Änderungen diskutieren. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr in Hörsaal B statt.

... Eindrücke von der Auftaktveranstaltung

II. Selbstbestimmung oder Sitte - Welche Sexualität bestrafen wir?

Die zweite Veranstaltung der Vortragsreihe "Sexualität und Recht" widmet sich der Frage, welche Formen von Sexualität eine Gesellschaft bestrafen darf. Anhand der Entscheidungen zum Verbot von Homosexualität, zum Inzestverbot oder zur Sodomie wollen wir über die Grenze zwischen Strafrecht und Moral diskutieren. 

Am 2.11.2016 werden die Referenten Prof. Dr. Thomas Weigend und Prof. Dr. Wolfram Höfling, M.A. über diese Fragen sprechen. Die Veranstaltung findet um 18 Uhr in Hörsaal II (Hauptgebäude) statt.

III. Das Verbot der sexistischen Werbung - Pro und Contra

Die Vortragsreihe zum Thema "Sexualität und Recht" geht in die 3. Runde. Am kommenden Mittwoch, den 7.12.2016 um 19:15 (Hörsaal VIII) werden wird über "Sexistische Werbung" sprechen. Die Ankündigung des Bundesjustizministers, künftig sexistische Werbung verbieten zu wollen, hat in der Medienöffentlichkeit heftige und kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Gemeinsam mit Dr. Berit Völzmann und Rechtsanwalt Prof. Dr. Markus Ruttig soll über die Bedeutung von Sexismus in der Werbung im Lichte von Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung diskutiert werden.

IV. Die Beweisfragen: Das Problem der „Aussage gegen Aussage“ -Situation

Wer sich in der Praxis mit dem Sexualstrafrecht auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass sich häufig weniger die rechtliche als vielmehr die tatsächliche Würdigung des Geschehens als problematisch gestaltet. In der für das Sexualstrafrecht typischen Situation, in der Aussage gegen Aussage steht, gewinnt die Aussagepsychologie eine immer größere Rolle. Wie entscheidet der Richter, wer die Wahrheit spricht und wer lügt? Inwieweit darf er sich auf aussagepsychologische Gutachten stützen? Und welchen Kriterien folgen Gerichte, Strafverteidiger und Staatsanwaltschaften, um Zeugenbeweise zu würdigen?

Sabine Rückert (stellv. Chefredakteurin Die ZEIT) wird in das Thema einführen und über den Umgang der Medien mit Fällen der "Aussage gegen Aussage"-Konstellation berichten. Anschließend wird der bekannte Aussagepsychologe Prof. Dr. Max Steller (Zentrum für Aussagepsychologie Berlin), der als Gutachter in zahlreichen Verfahren wegen Sexualstraftaten tätig war, Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen geben. In der anschließenden Podiumsdiskussion werden VRiBGH Prof. Dr. Thomas Fischer und der Opfervertreter RA Dr. Wolfram Schädler über den Umgang der Justiz mit Sexualstrafrechtsverfahren sprechen.

Wann: 12. Januar 2017 um 18 Uhr

Wo: Hörsaal II